Freitag, 18. Juni 2010

Herbert Paulmichl zum 75. Geburtstag

Ich freue mich, dem bedeutendsten lebenden Komponisten Südtirols meine herzlichsten Glückwünsche zum heutigen 75. Geburtstag aussprechen zu können: HERBERT PAULMICHL, der wie kein zweiter die kirchenmusikalische Landschaft zwischen Brenner und Bozen nach dem II. Vatikanischen Konzil geprägt hat und noch immer prägt. Das Vakuum an landessprachlicher Kirchenmusik, das die Liturgiereform über Nacht hervorgerufen hatte, verringerte er mit einer Vielzahl an gut aufführbaren, aber qualitätsbewußten Kompositionen; sein Werkverzeichnis reicht inzwischen weit über die Opuszahl 300 hinaus.
Schon als Kind durfte ich den Jubilar während unserer alljährlichen Südtirolurlaube kennenlernen. Im Jahr 2007 beteiligte sich Herbert Paulmichl dankenswerterweise mit zwei Beiträgen an der Festschrift "SOLI DOMINO DECANTABAT" zum 70. Geburtstag meines Vaters, Kirchenmusikdirektor Erich Weber. Der "Orgelpsalm" op. 301 (über "Nun lobet Gott im hohen Thron" und Psalm 150 in der Verdeutschung von Martin Buber, für Orgel und gem. Chor) und "Zwei Motetten zur Heiligen Cäcilia" op. 308 (für gem. Chor) sind im Tobias Weber Verlag publiziert.

Foto: (c) http://www.musikkirche.it
 
Herbert Paulmichl wurde am 18. Juni 1935 in Stilfs in Südtirol als neuntes von zehn Kindern des Lehrers, Organisten und Chorleiters Leonhard Paulmichl geboren und besuchte das Humanistische Gymnasium „Vinzentinum“ in Brixen, wo er unter anderem von Josef Achmüller, Josef Knapp und Domkapellmeister Angelo Alverà Unterricht in Gesang, Klavier und Orgel erhielt und fünf Jahre lang als Hausorganist tätig war. Von 1956 bis 1959 studierte er in Brixen Theologie, bevor er von 1959 bis 1961 in Regensburg das Studium der katholischen Kirchenmusik (bei Lehrern wie Ferdinand Haberl, Karl Norbert Schmid, Oskar Sigmund und Theobald Schrems) absolvierte. Im Anschluß nahm er an der Staatlichen Hochschule für Musik in München ein Studium in den Hauptfächern Kirchenmusik, Orgel, Dirigieren und Komposition auf. Zu seinen Lehrern zählten dabei Fritz Schieri, Franz Lehrndorfer, Harald Genzmer und Günther Bialas.
Schon vor seiner künstlerischen Staatsprüfung 1967 unterrichtete Paulmichl ab 1965 an der Kirchenmusikabteilung des staatlichen Musikkonservatoriums „Claudio Monteverdi“ in Bozen. Ebenfalls seit 1965 bis heute ist er als Domkapellmeister und Organist am Dom zu Bozen tätig, wo er ein verdienstvolles und weit über die Kirchenmusik hinausreichendes Wirken entfaltete. Im Jahr 1985 wurde er zum Domkapellmeister in Salzburg berufen, kehrte aber nach einjähriger Amtsausübung wieder nach Bozen zurück.
In über fünf Jahrzehnten schuf Herbert Paulmichl ein überaus umfangreiches kompositorisches Werk, das vor allem geistliche und weltliche Musik für Orgel, Instrumente und Chor umfaßt und bei einer Vielzahl von Kompositionswettbewerben mit ersten Preisen bedacht wurde. Sein jahrzehntelanges musikalisches Wirken wurde mit zahlreichen Anerkennungen und Auszeichnungen gewürdigt.

Lieber Herr Paulmichl, die besten Glück- und Segenswünsche zu Ihrem Geburtstag - und ad multos annos im Dienst an der musica sacra!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Konzerthinweis

Samstag, 12. Juni 2010, 18.00 Uhr
Ludwigsthal (Lkr. Regen), Haus zur Wildnis

"O frische Lust, Gesang im Grünen!"
Volkslied, Klassik, Gospel, Pop

Eintrittskarten zu 10,- Euro bzw. ermäßigt zu 8,- Euro im Haus zur Wildnis und bei Schreibwaren Schreindl (Schottarkaden) in Zwiesel; Informationen unter  www.nationalpark-bayerischer-wald.de.
 
Das ENSEMBLE SOLA VOCE NIEDERALTAICH präsentiert ein buntes Repertoire mit Vokalmusik a cappella und mit Klavier mit einem Schwerpunkt auf Volksliedern in alten und neuen Arrangements und macht dazu Ausflüge in die Welt des Gospels, der Popmusik und der Klassik. Das Ambiente des mitten im Wald gelegenen "Hauses zur Wildnis" wird sicher zu einem ungewöhnlichen Konzertvergnügen beitragen.