Dienstag, 18. Mai 2010

Heute vor 90 Jahren ...

 Foto: (c) L'Osservatore Romano 1985

... kam im polnischen Wadowice Karol Józef Wojtyła zur Welt, der ehrwürdige Diener Gottes Papst Johannes Paul II., der am 2. April 2005 im Vatikan im Rufe der Heiligkeit verstarb.

Montag, 17. Mai 2010

ÖKToberfestnachlese

"Jemand ist zu Gast in einem fremden Haus. Er wird freundlich empfangen. Aber plötzlich fängt er an, sich aufzuplustern. Die eigene Villa sei ja weit schöner. Schönere Vorhänge. Feineres Parkett. Das bessere Klima. Und überhaupt: Alles viel moderner als dieser alte Schuppen hier. (...)
Das Schema ist recht übersichtlich: hier die Aufgeklärten – dort die Doofen. Hier der Fortschritt – dort der Rückschritt. Hier weltoffen – dort vernagelt. Tja, die arme Verwandtschaft. Glücklich, wer sich zu den besseren zählen darf. Dankbar, wer sich auf Kosten der anderen profilieren kann."
Diese und weitere nachdenklich stimmende Gedanken von Peter Seewald über die Bilanz des ÖKT kann man HIER nachlesen.

Apropos Bilanz: Laut Medienberichten beteiligten sich an diesem seit Jahren eifrig beworbenen Spektakel ca. 130.000 Dauer- und mehrere Zehntausend Einzelgäste bei rund 3.000 Einzelveranstaltungen. Daß es sich somit letztlich um eine kirchensteuerfinanzierte Randerscheinung handelte, in der im Aussterben begriffene Seniorenlesezirkel wie "WsK" oder hasenhüttelnde ökumenische Geisterfahrer eine völlig unangemessene mediale Berücksichtigung erfahren haben, zeigt ein simpler Zahlenvergleich:
Alleine beim Gottesdienst von Papst Benedikt in Fatima in der vergangenen Woche waren mehr als 500.000 Menschen anwesend, beim "Regina Caeli"-Gebet am vergangenen Sonntag füllten über 200.000 Gläubige die Piazza San Pietro in Rom, und selbst das DFB-Pokalfinale in Berlin brachte es noch auf über 75.000 Zuschauer.

Montag, 10. Mai 2010

GEMA vs. YouTube

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wird bereits seit geraumer Zeit ein "Kampf der Giganten" in der Musikverwertung ausgetragen, bei dem es um viel Geld geht: Die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA streitet mit dem Videoportal YouTube um die Lizenzgebühren für GEMA-geschütztes Repertoire, das dort eingestellt ist. Nach zähem Ringen hat die GEMA nun die Verhandlungen abgebrochen und läßt die Muskeln spielen, wie aus einer PRESSEMITTEILUNG hervorgeht:
"Seit einem Jahr verhandelte die GEMA mit YouTube erfolglos über einen neuen Lizenzvertrag für Musiknutzungen in Deutschland. Dies bedeutet für die Urheber musikalischer Werke, die von YouTube genutzt werden, dass sie seit April 2009 keine Tantiemen für ihre Werke erhalten. Nun hat die GEMA die Verhandlungen mit YouTube abgebrochen. Im Verbund mit acht weiteren internationalen Verwertungsgesellschaften möchte die GEMA ein Zeichen setzen: Musik hat ihren Wert.
Die GEMA fordert, begleitend zum Abbruch der Verhandlungen, gemeinsam mit acht weiteren Musikautorengesellschaften von YouTube, rund 600 der von dem Videoportal seit dem 1. April 2009 illegal genutzten Werke zu löschen bzw. den Abruf von Deutschland aus zu sperren. Zu den Mitgliedern des internationalen Verbunds gehören u. a. die US-amerikanischen Autorengesellschaften ASCAP, BMI und SESAC, die französische SACEM und die SIAE (Italien). (...) Gemeinsam repräsentiert dieser internationale Verbund etwa 60 Prozent des Weltrepertoires."
 Man darf gespannt sein, wer in diesem Streit die Oberhand gewinnt. Da es sich um zwei gleichstarke Sparringspartner handelt, dürfte am Ende ein Kompromiß wahrscheinlich sein.

Donnerstag, 6. Mai 2010

... er ist doch auch ein Galiläer!

Foto: (c) http://www.bistum-passau.de
Die Galiläer galten zur Zeit Jesu in Palästina offenbar als das, was den Oberpfälzern in Bayern nachgesagt wird: ein verschlossenes, ungehobeltes Volk ohne richtigen Glauben, dafür mit einem kaum verständlichen Dialekt. Petrus nützt alles Leugnen nichts, als im Hof des Hohenpriesters jemand bemerkt "er ist doch auch ein Galiläer" (Lk 22,59) und ihm gar ins Gesicht sagt "wirklich, auch du gehörst zu ihnen, deine Mundart verrät dich" (Mt 26,73): damit war er unten durch, denn "kann von dort etwas Gutes kommen?" (Joh 1,46)

In genau dieselbe Kerbe schlagen dieser Tage Äußerungen über den Passauer Bischof Wilhelm Schraml. Vordergründig geht es dabei um den hirnrissigen Vorwurf, er lasse seinen ins Auge gefaßten Altersruhesitz in Altötting luxussanieren. In der HEUTIGEN AUSGABE DER PASSAUER NEUEN PRESSE findet sich ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema, der dankenswerterweise die Fülle an Halbwahrheiten und gezielten Irreführungen zu diesem Thema etwas zurechtrückt.

Die Diskussion über den Sinn der Renovierungsausgaben erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch nur als Ablenkungsmanöver. Hinweise auf die tatsächliche Nutzfläche der anvisierten Bischofswohnung werden ebenso konsequent ignoriert wie die Tatsache, daß der Bischof für die Nutzung der Wohnung aus seinem Gehalt Miete zahlen müßte oder daß von den Renovierungsmaßnahmen örtliche Baufirmen und Restauratoren profitieren, die so ihre Beschäftigten in Lohn und Brot halten können.
Nein, Zweck des ganzen ist offenkundig, Bischof Schraml nach dem bei seinem Augsburger Kollegen Mixa erfolgreich getesteten Schema loszuwerden - und wenn es schon nicht mit der moralischen Keule klappt, dann wenigstens mit dem Vorwurf der "Verschwendung". Überdeutlich wird dies in einem ebenfalls heute in der PNP veröffentlichten LESERBRIEF, in dem es u. a. heißt:
"Unser Bischof scheint abzuheben, er fühlt sich wie im Mittelalter und lässt sich aus Spendenmitteln oder womöglich sogar aus Kirchensteuermitteln seinen Altersruhesitz herrichten. In Regensburg gibt es sicher leerstehende Wohnungen, dorthin könnte er sich baldmöglichst zurückziehen, dann wäre er wieder dort, wo er hergekommen ist. Bischof Müller hätte wieder einen Mitstreiter und wir hätten wieder unseren Frieden im Bistum."
Das ist also des Pudels Kern: den Oberpfälzer Störenfried im Bischofsamt loszuwerden! "Ausländer raus" auf Niederbayerisch? Schon nach seiner Ernennung sah sich Bischof Schraml mit Äußerungen in den Lokalmedien konfrontiert, warum es denn ausgerechnet ein Oberpfälzer habe sein müssen - als Landsmann fühlte ich mich schon damals an die oben zitierten Aussagen der Bibel erinnert. Von dort kann nichts Gutes kommen.
Bischof Wilhelm Schraml hat es sich nicht selber ausgesucht, als er zum Passauer Bischof ernannt wurde. Daß er auf Wunsch von Papst Benedikt XVI. auf unbestimmte Zeit über die Altersgrenze von 75 Jahren hinaus im Amt bleiben soll, vermutlich auch nicht. Der Versuch, ihn nun mit unverhohlenem Rassismus und durch haltlose Anschuldigungen wegzumobben, ist an Niedertracht und Widerwärtigkeit kaum zu überbieten.

Dienstag, 4. Mai 2010

In memoriam ... Augustin Kardinal Mayer O.S.B. - UPDATE!

Foto: (c) http://petrusbruderschaft.eu

S. R. E. Cardinal Augustin Mayer O.S.B.
Geboren am 23. Mai 1911 in Altötting
Abt der Abtei Metten von 1966-1971
Verstorben am 30. April 2010 in Rom

UPDATE vom 04.05.2010: Wie aus der heute in der Passauer Neuen Presse veröffentlichten TODESANZEIGE der Abtei Metten hervorgeht, findet das Requiem für den Verstorbenen am Mittwoch, den 12. Mai 2010, um 10 Uhr in der Klosterkirche St. Michael in Metten (Landkreis Deggendorf) statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung ebenfalls in der Kirche.

Mit seinen fast 99 Jahren war Augustin Kardinal Mayer der Nestor des Kardinalskollegiums der Katholischen Kirche. Aus der Biographie des Verstorbenen auf der HOMEPAGE DER ABTEI METTEN:
"Mayer besuchte das Mettener Gymnasium und entschied sich nach dem Abitur 1930 in das Kloster einzutreten. Nach seiner Profess 1931 studierte er zuerst Philosophie in Salzburg, dann Theologie in Rom. 1935 wurde er zum Priester geweiht und unterrichtete danach als Lehrer an der ordenseigenen Schule in Metten. Vier Jahre später wechselte der Benediktiner nach Rom, wo er bis 1966 als Theologieprofessor für Dogmatik an der Benediktiner-Hochschule Sant Anselmo lehrte. Am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) hatte er als Sekretär der vorbereitenden Kommission und der Konzilskommission für Studien und Seminare großen Anteil. Das von ihm betreute Dekret über die Priesterausbildung fand als einziges Konzilsdokument schon in der ersten Lesung die Zustimmung der Konzilsväter.
Mit der Wahl zum Abt von Metten holten ihn seine Mitbrüder 1966 zurück in die Heimat. Dieses Amt konnte Mayer jedoch nur bis 1971 ausüben, da ihn Papst Paul VI. dann zum Sekretär der Vatikanischen Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute berief. 1972 erhielt er die Bischofsweihe. Papst Johannes Paul II. erhob ihn 1985 zum Kardinal und machte ihn zum Präfekten der beiden Kongregationen für Sakramente und Gottesdienst in Rom. Von 1988 bis 1991 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, die sich um die Integrierung romtreuer Traditionalisten bemüht. Mayer ist Träger des Bayerischen Verdienstordens und des Großkreuzes des Bundesverdienstordens."
Kardinal Mayer soll in seiner Heimatabtei Metten (Landkreis Deggendorf) seine letzte Ruhe finden. R. I. P.