Donnerstag, 11. Februar 2010

Eine verlorene Schlacht

Gerne verweise ich auf einen Beitrag von Jeffrey Tucker auf dem Blog NEW LITURGICAL MOVEMENT: THE STRUGGLE FOR SACRED MUSIC: SOME POSTCONCILAR FORGOTTEN HISTORY.
Er befaßt sich mit dem "Kampf" der "Consociatio Internationalis Musicae Sacrae" (CIMS) für die Erneuerung der Kirchenmusik im Sinne des II. Vatikanischen Konzils und verweist dazu auf eine Sammlung von Beiträgen, die als PDF-Datei online verfügbar sind:
"Was Sie hier finden, ist ein Kosmos von katholischen Musikern und Theologen, die sich hinter den musikalisch-liturgischen Zielen des II. Vatikanischen Konzils vereinten. Alle waren sie große Musiker der vorkonziliaren Periode, die Meister der Zunft, und sie sahen im II. Vaticanum die größte Chance für die Kirchenmusik, die den Musikern jemals geschenkt wurde, denn nie zuvor hatte sich ein kirchliches Konzil so eindeutig geäußert. Es gab einen Anstoß, die umgangssprachlichen Lieder durch den lateinischen Gesang zu ersetzen, eine Anstrengung, den Gemeinden das Singen beizubringen, einen Antrieb für neue Kompositionen in der polyphonen Tradition und Interesse an neuen Formen volkssprachlicher Proprien, so daß Gläubige und Scholen lieber die Messe singen würden als nur Musik bei der Messe zu singen.
Das Interessante an diesem Buch ist, daß es die Existenz des wahren Geistes des II. Vaticanums dokumentiert - egal, was sie bisher vielleicht anderes gehört haben. (...) Es macht traurig, dies zu lesen, aber es ist gut, hier die Geschichte zu kennen."
(Eigene Übersetzung)
Leider muß man mit Blick auf die heutige Situation der Kirchenmusik in unseren Bistümern konstatieren, daß der leidenschaftliche Eifer der CIMS und ihrer Mitstreiter völlig wirkungslos geblieben ist. Man kann sich kaum eine größere Diskrepanz vorstellen als diejenige zwischen der kirchenmusikalischen Praxis in unseren Pfarreien und den Äußerungen der Konzilsväter. Und wie es scheint, beabsichtigen die Bischöfe des deutschen Sprachraumes bei der überfälligen Publikation des deutschsprachigen Missale Romanum (Editio III) und des neuen "Gotteslob" erneut, den gegenwärtigen, eindeutig gegen das II. Vaticanum gerichteten Saustall als lokalkirchliche Norm zu zementieren.
Die "uneingeschränkte Anerkennung des II. Vatikanischen Konzils" durch die Deutsche Bischofskonferenz in liturgischen Fragen - dies ist, sollte man meinen, die selbstverständlichste Erwartung, die ein Katholik hegen kann - und doch die irrealste, die man sich vorstellen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen