Dienstag, 2. Februar 2010

Die kleinen Freuden ...

Als Musikkritiker passiert es einem nicht gerade häufig, daß man Rückmeldungen zu seinen Rezensionen erhält. Hat man die Künstler gelobt, sind alle zufrieden und sehen keinen Grund für ein Nachhaken; hat man tatsächlich kritisiert, bekommt man den daraus womöglich resultierenden Ärger nur in krassen Fällen zu hören.
Umso mehr freut man sich dann über positive Nachklänge wie denjenigen in der heutigen Süddeutschen Zeitung (siehe Link unten), auf den ich freundlicherweise aufmerksam gemacht wurde. Im Dezember 2008 hatte ich in einer Konzertkritik für die Deggendorfer Zeitung geschrieben:
"... ließ der erst 18-jährige Altus Fritz Spengler in der Arie 'Schließe, mein Herze' aus Bachs Weihnachtsoratorium mit einer bemerkenswert tragfähigen und gerade in den Höhen bestens disponierten Stimme aufhorchen, die ihn für eine Karriere im professionellen Sängergeschäft geradezu prädestiniert."
Dieser Meinung waren offenbar nicht alle seiner früheren Lehrer, die ihm allenfalls eine Laufbahn als Schallplattenverkäufer zutrauten. Daß der junge Mann im vergangenen Oktober als bester von 160 Bewerbern einen der nur 12 Studienplätze am Salzburger Mozarteum ergattern und damit das Urteil eines Musikkritikers bestätigen konnte, gehört zu den kleinen und seltenen Freuden unserer allgemein nicht eben gut beleumundeten Zunft. Ich wünsche Fritz Spengler, daß er seine bemerkenswerte Begabung mit guten Lehrern weiterentwickeln und im Laufe der Jahre neben der sängerischen auch die charakterliche Reife gewinnen möge, die für einen dauerhaften Erfolg im professionellen Musikbusiness unerläßlich ist.

Morgen abend um 18 Uhr ist Fritz Spengler im Kleinen Konzertsaal des Münchner Gasteigs live zu hören (nähere Informationen HIER). Audiostreams finden Sie auf seiner Homepage.

Links: "Geh aus mein Herz und suche Freud"; http://www.fritz-spengler.com/

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