Donnerstag, 28. Januar 2010

... novo cedat ritui

Die katholische Kirche begeht heute den Festtag des größten Theologen, der ihr seit der Zeit der Kirchväter geschenkt wurde: THOMAS VON AQUIN, geboren um 1225 auf Schloß Roccasecca bei Aquino, gestorben am 7. März 1274 in der Abtei Fossanova in Latium.
Auch wenn sich kleine Schriften zur Musik, die ihm zugeschrieben wurden, inzwischen als nicht authentisch herausgestellt haben, so verdankt ihm die Kirche doch einen ihrer wertvollsten liturgischen Schätze in Gestalt des Hymnus "PANGE LINGUA". Obwohl dessen Textzeile aus der 5. Strophe "et antiquum documentum novo cedat ritui" nach dem II. Vatikanischen Konzil zum Schlachtruf der liturgischen Ikonoklasten geworden zu sein scheint, gibt es wohl keinen anderen Gesang, der sich bis heute in der Fassung des Gregorianischen Chorals so ungebrochener Wertschätzung selbst in den kleinsten Landpfarreien erfreuen kann. Die gesamte eucharistische Glaubenslehre der katholischen Kirche findet sich darin in einer nie wieder erreichten Verdichtung formuliert.

Nachfolgend eine zeitgenössische Vertonung des ungarischen Komponisten György Orban (geb. 1947), die den Akzent deutlich auf den hymnischen, also lobpreisenden Charakter des Textes legt und weniger auf das "mysterium".


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