Freitag, 1. Januar 2010

Ein seltenes Dienstjubiläum


Erich (l.) und Tobias (r.) Weber an der Orgel von St. Cäcilia in Regensburg
 Man möge es dem Blogbetreiber nachsehen, wenn er als ersten Beitrag einen sehr persönlichen Glückwunsch veröffentlicht: Am heutigen Tag kann Kirchenmusikdirektor Erich Weber, von 1991 bis 2001 Diözesanmusikdirektor des Bistums Regensburg, sein 40. (!) Dienstjubiläum an der Stadtpfarrkirche St. Cäcilia in Regensburg feiern.


Gerade erst hatte der "Novus Ordo Missae" Papst Pauls VI. begonnen, die jahrhundertealte liturgische Identität der lateinischen Kirche in ihren Grundfesten zu erschüttern, als Erich Weber seinen Kirchenmusikerdienst an jener Kirche antrat, die der nebenan gelegenen ältesten Kirchenmusikschule der Welt als Haus- und Übungskirche diente und auf deren Pfarrgebiet - nur wenige hundert Meter entfernt - sich mit dem Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen eine der ältesten und renommiertesten noch bestehenden Kirchenmusikeinrichtungen der Welt befindet. In der Festschrift zum 70. Geburtstag von Erich Weber heißt es zu diesem Zeitraum:
"Zum 1. Januar 1970 endlich konnte Erich Weber eine neue Stelle antreten, die ihm, der die meiste Zeit seines bisherigen Lebens auf unsteten Pfaden hatte verbringen müssen, zum endgültigen Lebensmittelpunkt wurde: das Amt des Kirchenmusikers an der Stadtpfarrkirche St. Cäcilia in Regensburg, das er bis zum heutigen Tag ausübt. Der damalige Stadtpfarrer P. Wolfram Rosenkranz OSA wußte seinen neuen Kirchenmusiker zu schätzen, der in Nachfolge von Josef Caspers den streng liturgiebewußten Stil der Ordenspfarrei nicht nur in musikalischer Hinsicht voll unterstützte. Kirchenchor, Kinderchor und besonders der „Augustinuskreis“, eine Choralschola aus Laiensängern, boten Erich Weber ein dankbares Betätigungsfeld, bei dem seine Vorlieben und Kenntnisse nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich gefragt waren. Gerade in der Umbruchszeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil vertrat er vehement das sentire cum ecclesia als Richtschnur aller Erneuerung. Seinem Engagement ist es mit zu verdanken, daß liturgische Traditionen an St. Cäcilia wie die regelmäßigen Choralämter oder gesungenen Sonntagsvespern trotz tiefgreifender Veränderungen in der Pfarrseelsorge (Auflösung des Augustinerkonvents 1987, Installation eines Diözesangeistlichen als Pfarrer, schließlich 1994 Gründung eines Paulinerklosters) bis heute gepflegt werden."
Trotz seiner inzwischen 72 Lebensjahre versieht Erich Weber noch immer den größten Teil des Chorleiter- und Organistendienstes an St. Cäcilia, wenngleich ihm sein Sohn Fabian regelmäßig als "Aushilfe" zur Seite steht. Ich selber bekenne voll Dankbarkeit, daß mich die Jahre an der Seite meines Vaters - als kleiner Bub schon auf der Orgelbank, später im Kinder- und Kirchenchor und in der Choralschola, bis hin zur Ausbildung zum nebenamtlichen Kirchenmusiker - für mein Leben geprägt haben. Nichts von dem, was ich heute beruflich und privat an musikalischen Dingen unternehmen kann, wäre denkbar gewesen ohne sein Vorbild und seine Anleitung.

Lieber Papa, meinen lieben Glückwunsch zu Deinem Dienstjubiläum; meinen herzlichen Dank für alles, was ich von Dir lernen durfte, und Gottes reichen Segen für viele weitere Jahre im Dienst an der musica sacra!

Eine Biographie von Erich Weber samt einem Werk- und Schriftenverzeichnis findet sich in: SOLI DOMINO DECANTABAT. Festgabe zum 70. Geburtstag vom Kirchenmusikdirektor Erich Weber, Hofkirchen 2007. Näheres finden Sie in unserem VERLAGSKATALOG auf Seite 3.

1 Kommentar:

  1. Auch ich entsinne mich dankbar meiner "Lehrzeit" bei den wöchentlichen Mittwochschorproben in St. Cäcilia während meiner Studienjahre 1972 - 1975 in Regensburg. Was ich bei Erich Webers Probenarbeit mitbekam, konnte ich unmittelbar in der Praxis der Leitung eines neu gegründeten jungen Chores neben dem alten Kirchenchor in unserer Dorfpfarrei anwenden und umsetzen und kommt mir als ungelerntem Dilettanten in der praktischen Chorarbeit und -leitung auch heute noch zugute. An den zwanglosen gemütlichen Ausklang zur Wiederbefeuchtung der strapazierten Stimmbänder erinnere ich mich besonders gerne, weil er mir für die Beziehungspflege in einem Chor unerläßlich scheint.
    Deshalb auch meine besten Wünsche zum Jubiläum Ihres Vaters - Michael Ströber , Kay

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